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Krabbeln

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KrabbelnIm Alter von ungefähr acht Monaten beginnen Kinder, sich im Raum fortzubewegen. Sie entwickeln dabei unterschiedliche Bewegungsabläufe, um zunächst kleine räumliche Entfernungen zu überwinden. Beginnt ein Kind, sich durch Rollen oder Robben einem interessanten Spielzeug zu nähern, dann sind dies die ersten Versuche, seinen Spielraum zu erweitern. Für seine körperliche und geistige Entwicklung ist das ein wichtiger Prozess.

Manche Kinder rutschen in Rückenlage oder sitzend über den Boden, während andere auf den Knien krabbeln oder sich mit durchgestreckten Beinen fortbewegen. Diese Fortbewegungsarten werden teilweise beibehalten, nacheinander oder parallel eingesetzt, bevor das Kind mit dem Laufen beginnt.

So lernen Kinder Krabbeln

Wichtig ist, Kinder in ihrem Bewegungsdrang zu unterstützen. Sie freuen sich über spielerische Anreize, die Lust an der Bewegung machen und den Einsatz des ganzen Körpers fordern, um ans Ziel zu kommen.

Ein Kind, das viele Gelegenheiten erhält, das Umfeld zu erforschen, wird immer sicherer in seinen Bewegungen und sucht sich neue Herausforderungen. Vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten fördern daher den Erkundungsdrang von Kindern und das Kennenlernen des eigenen Körpers und der Umwelt:

  • Kleinere Treppen oder Treppenwellen hoch- und runterzukrabbeln,
  • Stufen mit Händen und Füßen zu erklimmen,
  • leichte Höhenunterschiede wie Podeste oder Schrägen zu erkunden, sind nur ein paar Beispiele dafür, was Krabbelkinder lieben.

Gefahrenquellen sollten vorher entfernt werden und die Anwesenheit einer Bezugsperson sichert dem Kind bei Bedarf die beschützende Nähe.

Mein Kind krabbelt nicht. Was ist zu tun?

Es gibt Kinder, die die Krabbelphase auslassen oder eine andere Fortbewegungsart bevorzugen. Das ist abhängig von der körperlichen Verfassung und den bisherigen Erfahrungen sich zu bewegen. Oft entsteht die Lust auch erst beim Tun. Zwar krabbeln die meisten Kinder, aber es gibt bei der Fortbewegung keinen einheitlichen oder „idealen“ Entwicklungsverlauf.

Für Sie heißt das: Unterstützen Sie Ihren Sohn in seinem Bewegungsdrang – wie auch immer dieser sich ausdrücken mag. Bieten Sie ihm unterschiedliche Spielanreize und erweitern Sie seinen Bewegungsraum. Sowohl das Spüren von verschiedenen Bodenbelägen, das Hochziehen am Kinderbett oder das Strecken und Greifen nach buntem Spielzeug sind wichtige Lernerfahrungen für Ihren Sohn.

Häufig bieten auch Sport- oder Turnvereine sogenannte „Krabbelgruppen“ an. Diese ermöglichen Ihnen den Kontakt zu anderen Kindern und Eltern und bieten nicht selten vielseitige Erfahrungsmöglichkeiten durch ein dem Alter entsprechendes Spiel- und Beschäftigungsmaterial.

Größe und Körpergewicht von Vorschulkindern sind heute um einiges höher als früher: Ein dreijähriges Kind ist im Durchschnitt bereits 97 Zentimeter groß und 15 Kilogramm schwer. Der jährliche Größenzuwachs beträgt etwa sieben Zentimeter, die jährliche Gewichtszunahme gut zwei Kilogramm.

Vom Krabbeln zum ersten Schritt

Im Alter zwischen neun und 15 Monaten beginnen viele Kinder, sich an Stühlen, Tischbeinen und anderen Möbelstücken hochzuziehen und aufzustellen. Sobald sie sich einigermaßen sicher fühlen, fangen sie an, sich an den Möbeln entlangzuhangeln und schließlich frei zu gehen. Gegen Ende des ersten Lebensjahres sind die meisten Kinder in ihrer Beweglichkeit so weit entwickelt, dass sie robben oder kriechen und sich aufsetzen und frei sitzen können. Manche Kinder können in diesem Alter auch bereits frei gehen. Es gibt aber auch Kinder, die sich an ihrem ersten Geburtstag noch nicht eigenständig von der Stelle bewegen. Auch das ist durchaus normal.

Eltern sind häufig verunsichert, wenn sie sehen, dass sich ihr Kind anders verhält als das ihrer Bekannten. Aber jedes Kind entwickelt sich in dieser Phase unterschiedlich: Vielleicht krabbelt das eigene Kind nicht oder hat eine sehr eigene Art der Fortbewegung entwickelt? Wichtig ist: Eltern sollten ihrem Kind Zeit lassen und es immer wieder durch interessante Anregungen ermutigen, aktiv zu werden. Wenn sie glauben, ihr Kind ist weit hinter den anderen Kindern zurück, sollten Eltern ihre Sorgen bei der nächsten Früherkennungsuntersuchung in der Kinderarztpraxis ansprechen.

Feinmotorik

Ein dreijähriges Kind ist feinmotorisch so geschickt, dass es Schraubverschlüsse öffnen und schließen, Kleidungsstücke aufknöpfen und Perlen auffädeln kann. Mit vier Jahren ist ein Kind in der Lage, einfache Figuren zu zeichnen und mit einer Schere Papier zu schneiden. Fünfjährige üben sich gern im Umgang mit Werkzeugen oder Musikinstrumenten. Mit sechs Jahren, zur Zeit des Schuleintritts, können die meisten Kinder ihre Schuhbänder selbstständig zubinden.

Grobmotorik

Mit drei Jahren kann ein Kind Treppen steigen und beidbeinig eine Stufe nach unten hüpfen. Mit vier Jahren ist es in der Lage, im Wechselschritt ohne Festhalten die Treppe abwärts zu laufen; es kann außerdem mehrere Sekunden auf einem Bein stehen und beherrscht das Dreiradfahren. Ein fünfjähriges Kind entwickelt zunehmend Geschick im Werfen, Fangen und Fußballspielen. Es kann selbstständig auf einer Schaukel schaukeln und meist auch schon ohne Stützräder Fahrrad fahren. Mit sechs Jahren erlernt es weitere Bewegungsabläufe, die ein gutes Gleichgewicht erfordern, wie Rollschuh- oder Schlittschuhlaufen.

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Quelle: Bundesministerium für Familie, Heidrun Jansen-Czaja, eigene Recherchen