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Die besten Umschläge und Wickel für Kinder: Herstellung und Anwendung

Die besten Umschläge und Wickel für Kinder Herstellung und Anwendung

Die besten Umschläge und Wickel für Kinder Herstellung und Anwendung

Mit der guten alten „Hausapotheke“ können häufig eine ganze Reihe von Beschwerden bei Kindern geheilt werden. Und das kostengünstig, einfach und gesund! Liebe Alleinerziehende, es muss definitiv nicht immer eine schulmedizinische Behandlung sein! Hier zeigen wir dir, wie du bereits erprobte Rezepte ganz einfach selber machen kannst.

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Unterschied: Kalte Wickel, warme und heiße Wickel

Grundsätzlich werden kalte und warme, bzw. heiße Wickel für Kinder unterschieden. Das solltest du dabei wissen:

Kalte Wickel

wirken wärmeentwickelnd und wärmestauend, wenn sie belassen werden
– sinnvoll bei Schmerzen, Krämpfen, zur Förderung der Ausleitung, bei Fieber wird Überhitzung verhindert
wirken wärmeentziehend, wenn sie öfter gewechselt werden
– sinnvoll zur Reinigung des Körpers und bei Fieber

Warme und heiße Wickel

wirken wärmezuführend
– zur Förderung der Durchblutung und des Stoffwechsels an der behandelten Stelle

Bei kalten Wickeln: 5° – 10°C, evtl. bis 15°C, außer bei Fieberpatienten (hier sollte die Temperatur des Wickels max. 3°C kälter sein, als die Körpertemperatur des Patienten) Bei warmen Wickeln: ca. 50°C.

Umschläge und Wickel bestehen immer aus 3 Lagen:
innere Lage: dünnes Baumwoll- oder Leinentuch (liegt direkt auf der Haut)
mittlere Lage: Baumwoll- oder Leinentuch (sollte die 1. Lage überlappen)
Abschluss-Lage: dickes Baumwoll- oder Flanelltuch, wie z. B. Decke o. ä. (sollte die zweite Lage überlappen)

Als Baumwoll- oder Leinentuch verwendet man Waschlappen, Geschirrtücher, Handtücher, Baumwollwindeln oder auch Bettlaken. Zum besseren Erhalt der Wärme kann man zum Abschluss ein Kirschkernsäckchen oder eine Wärmflasche auflegen. Die Dauer und Temperatur eines Wickels sind unterschiedlich und bei den jeweiligen Wickel-Anleitungen angegeben. Auflagen werden direkt aufgelegt. Hier muss die 3-Lagen-Regel nicht befolgt werden.

Die besten Umschläge und Wickel für Kinder

Augentrost-Auflage

Anwendung:
Augenentzündungen mit allergischer oder entzündlicher Art, Überanstrengung der Augen (z. B. durch Bildschirmarbeit, Fernsehen, Lesen)
Zubereitung:
½ TL Augentrost-Kraut in ¼ l kaltes Wasser geben, erwärmen und 5 bis 10 Minuten kochen. 2-3 Minuten ziehen lassen, erkalten lassen. Watte-Pads darin eintauchen und auf die Augen legen. Bei kleinen Kindern kann man die Augen auch damit auswaschen. Zusätzlich kann man 1 Tasse des Tees mit 1 TL Honig oder braunen Zucker gesüßt trinken.

Beinwellmehl-Umschlag

Anwendung:
Knochen-, Sehnen-, Muskelschmerzen, Sportverletzungen, Muskel-, Nerven- und Sehnenscheidenentzündungen
Zubereitung:
50 g – 100 g pulverisierte Beinwellwurzel mit sehr heißem Wasser zu einer zähen Paste verrühren und einige Tropfen Salatöl (z. B. kaltgepresstes Olivenöl oder Distelöl) dazugeben. Diese Paste streicht man – so warm wie möglich – auf die schmerzende Stelle (ca. 2 – 3 cm dick), deckt sie mit einem Baumwoll- oder Leinentuch ab und umwickelt den Umschlag mit einem Frotteehandtuch. Zum besseren Fixieren ist es hilfreich, darüber eine elastische Binde zu wickeln. Diesen Umschlag lässt man über Nacht einwirken. Um die Wärme besser zu halten, kann man evtl. noch ein Kirschkern- oder Dinkelkissen unter das Frotteehandtuch geben.

Bienenwachs-Auflage

Anwendung:
Bronchitis, Reizhusten, Lungenentzündung, wirkt hustenreizstillend, entzündungshemmend und schleimlösend. Besonders hilfreich in der Nacht
Zubereitung:
Man taucht ein Baumwolltuch in flüssiges Bienenwachs und lässt es erkalten. Bei Bedarf kann man mit dem Fön die so entstandene Platte erwärmen und auf die Brust auflegen. Darüber gibt man ein erwärmtes Dinkel- oder Kirschkernsäckchen um die Wärme länger zu erhalten.
Vorsicht: Für die Bereitung einer Bienenwachs-Auflage darf nur rückstandsfreies Bienenwachs verwendet werden, da sonst die chemischen Rückstände über die Haut in den Organismus gelangen. Sicherer ist der Bezug einer Auflage aus kontrolliert biologischem Anbau. Hier garantiert der Hersteller die Rückstandsfreiheit.

Bockshornklee-Auflage

Anwendung:
Nervenschmerzen, Ischialgie, Drüsenschwellungen, Furunkel, Abszesse, offene Beine, Hämorrhoiden
Zubereitung:
1 EL gemahlene Bockshornsamen mit etwas abgekochtem, heißem Wasser zu einem dicken Brei verrühren. Brei auf ein Mull- Läppchen streichen. So warm wie möglich auf die betroffene Stelle legen. 15 – 20 Min. einwirken lassen, mehrmals täglich erneuern (auch nach dem Aufgehen des Eiterherdes). So lange durchführen, bis die Hautoberfläche wieder glatt und weich ist.

Eisenkraut-Kompresse (= Ysop)

Anwendung:
Abszesse, Furunkel, Geschwüre
Zubereitung:
1 EL getrocknetes Eisenkraut wird – in einem Mullsäckchen – für 3 Min. in Wasser aufgekocht. Das Mullsäckchen so warm wie möglich für ca. 1 Std. auf die betroffene Stelle legen.

Heublumen-Wickel

Anwendung:
Gelenkrheumatismus, Gicht, Grippe und Erkältungskrankheiten, Masern, Schüttelfrost
Zubereitung:
1 kg Heublumen mit 3 – 5 l kaltem Wasser übergießen, kurz aufkochen, 15 Min. ziehen lassen. Nach dem Ziehen durch ein Tuch abseihen. In die abgeseihte Flüssigkeit ein großes Leinentuch oder ein Baumwollnachthemd mind. 10 Min. eintauchen, auswringen und den Kranken damit von den Füßen bis unter die Arme einwickeln. Zur besseren Wirkung sollte der Kranke im vorgewärmten Bett liegen. Wickel nach 2 Std. abnehmen.

Heublumen-Auflagen/Umschläge

Anwendung:
Blähungen, Darm- und Bauchkoliken, Knochen- und Gelenkerkrankungen, Rückenschmerzen, Insektenstiche
Zubereitung:
Wie oben beschrieben, es reichen aber 150 g Heublumen auf ½ l Wasser. Um die Wirkung zu erhöhen, kann man zusätzlich noch abgeseihte Heublumen auf das Leinentuch geben. Wickel alle 1 – 2 Std. wechseln.

Ingwer-Auflage

Anwendung:
Husten, Bronchitis, Verschleimung, Muskel- und Gelenkschmerzen; fördert Durchblutung der Haut
Zubereitung:
3 EL pulverisierte Ingwerwurzel in ½ l heißes Wasser einrühren. Baumwolltuch darin einweichen, gut ausdrücken. Warmes Tuch auflegen und mit Frottee-Handtuch abdecken. Evtl. noch ein heißes Dinkelkissen darüber legen. Mindestens 1Std. aufliegen lassen, wenn möglich auch länger.

Kartoffel-Wickel

Anwendung:
Muskelverspannung, Muskelschmerzen, Husten, Bronchitis (schleimlösende Wirkung)
Zubereitung:
4 – 5 Kartoffeln schälen und weich kochen. Heiße Kartoffeln in ein Geschirrtuch legen, Tuch zusammenlegen und Kartoffeln im Tuch zerquetschen. So heiß wie möglich auf die schmerzende Stelle legen. Frottee-Handtuch darüber, alles mit einer Wolldecke abdecken. Wickel abnehmen, wenn er erkaltet ist. Danach ca. 1 Std. Ruhe! Bei starkem Husten kann man vor der Auflage des Wickels die Brust mit Eukalyptus-Balsam o. ä. einreiben.

Lehm-Umschlag

Anwendung:
Verbrennungen und Sonnenbrand, Gürtelrose, Verstauchungen, Prellungen, Zerrungen
Zubereitung:
5 EL weißen oder roten Ton mit abgekochtem Wasser zu Brei rühren. Auf die betroffene Stelle kalt auftragen, mit einem Baumwolltuch abdecken, evtl. mit einer Mullbinde befestigen. Bei Verbrennungen nach ca. 20 Min. erneuern, ansonsten erst, wenn der Lehm getrocknet ist.

Leinsamen-Kompresse

Anwendung:
Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung, Husten und Bronchitis, Lebererkrankungen, Gerstenkorn
Zubereitung:
Ca. 50 g Leinsamen (gemahlen) mit etwas Wasser (1 Teil Leinsamen, 2 Teile Wasser) zum Kochen bringen. Den noch warmen Brei fingerdick auf ein Tuch streichen (wie ein Paket formen) und auf die betroffene Stelle legen. Die Auflage bleibt bis zum Erkalten liegen und kann nach ca. 1 bis 2 Std. erneuert werden.

Muskat-Wickel

Anwendung:
Reizhusten, krampfartiger Husten
Zubereitung:
Ungesalzenes Schweineschmalz oder Vaseline dick auf einen Leinenlappen auftragen, ½ TL Muskatnuss-Pulver darauf verteilen und gut einstreichen. Den Muskat-Fett-Lappen auf die Brust legen und mit einem Wollschal umwickeln. Über Nacht einwirken lassen. Er kann jeden 2. Tag angewendet werden.

Quark-Wickel

Anwendung:
„Tennisarm“ (oder auch „Golferarm“), Sehnenscheidenentzündung, rote und heiße Gelenke, Schwellungen, Rötungen, Halsschmerzen, Insektenstiche
Zubereitung:
Magerquark (Zimmertemperatur) ca. 1 cm dick auf ein Baumwolltuch streichen und auf die betroffene Stelle legen. Frischhaltefolie darüber und mit einem Frottee-Handtuch abdecken.
Beachte:
Halsschmerzen: Wirbelsäulenbereich freihalten
Gelenkschmerzen: 2 Tropfen Angelikaöl zugeben
Insektenstich: 2 Tropfen Lavendelöl zugeben
Wickel nach ca. 2 – 3 Std. abnehmen, evtl. über Nacht einwirken lassen. In Akutphasen kann der Wickel 2 x pro Tag aufgelegt werden.

Retterspitzwickel

Anwendung:
Hals- oder Gelenkwickel: Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen, Blutergüsse, Schmerzen im Gelenkbereich nach Belastungen oder Operationen, zum Abschwellen und Verheilen der Narbe, Meniskusbeschwerden, Hals- und Nackenschmerzen, bei Erkältungen, stumpfe Verletzungen am Kopf, Kopfschmerzen und Migräne
Wadenwickel: Fieber, Verletzungen im Schienbein- und Wadenbereich, Wassereinlagerungen in den Beinen nach Belastung oder während der Schwangerschaft, Unterleibsbeschwerden, Operationsnarben
Brustwickel: Brustentzündung (möglichst frühzeitige Behandlung, gestillt werden kann weiterhin)
Kopfhaube: Migräneanfälle, Hals-Nacken-Traumata, Verspannungen
Zubereitung:
Ca. ⅛ bis ¼ l Retterspitz „äußerlich“ mit frischem Leitungswasser (ca. 15° C) im Verhältnis 1:1 (in einer Schüssel) mischen, das Innentuch des Wickels damit befeuchten und auf die betroffene Stelle legen, Zwischen- und Außentuch darüberlegen. Den Wickel liegen lassen, bis er getrocknet ist, bei Bedarf auch über Nacht.
Nicht anwenden, wenn der Kranke unterkühlt ist, da ein Retterspitz-Wickel immer einen Kühlungseffekt hervorruft.

Schweineschmalz-Wickel

Anwendung:
Bronchitis, Lungenentzündung, Reizhusten
Zubereitung:
Schweineschmalz (Zimmertemperatur) direkt auf die Brust auftragen und mit dem Innentuch abdecken. Darüber Zwischentuch und Abschlusstuch geben und evtl. mit einem erwärmten Dinkel- oder Kirschkernkissen (oder auch Wärmflasche) abdecken.

Senf-Auflage

Vorsicht, reizt sehr stark!
Anwendung:
Atembeschwerden, Bronchitis, Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) (Wickel kann im Nasen- Nebenhöhlen-Bereich aufgelegt werden), Gelenk- und Muskelschmerzen (wenn Wärme Linderung bringt)
Zubereitung:
1. Möglichkeit:
Geschirrtuch ausbreiten, darauf 2 Küchentücher (Zewa) legen; darauf eine Hand voll gemahlene Senfsaat (Semon canapis) geben. Tuch zusammenfalten und darüber kochendes Wasser gießen, bis das Tuch gut durchgeweicht ist. So heiß wie möglich auflegen, Frottee-Handtuch darüber legen. Die Auflage abnehmen, wenn es dem Patienten heiß wird. Diese Auflage immer unter Aufsicht anwenden!

2. Möglichkeit (für Kinder besser geeignet):
20 g Senfsaatmehl (Semon canapis) in 1 l warmes Wasser einrühren. Ein großes Mulltuch darin eintauchen, leicht auswringen, dann sofort auflegen. Mit einem Frottee-Handtuch abdecken. Diese Auflage kann länger liegen bleiben.

Zitronenwickel (Gut bei Kindern anzuwenden)

Anwendung:
beginnende Halsentzündung, Heiserkeit, wenn Wärme gut tut
Wirbelsäulenbereich nicht einwickeln!
Zubereitung:
1. Möglichkeit: Saft von ½ Zitrone in heißes Wasser geben. Baumwolltuch eintauchen, gut auswringen.

2. Möglichkeit: Zitrone in nicht zu dicke Scheiben schneiden und in ein Geschirrtuch legen. Tuch über der Zitrone zusammenfalten und mit kochendem Wasser tränken (nicht tropfnass!). Mit einem Löffel die Zitrone ins Tuch quetschen. Wickel so warm wie möglich um den Hals legen, Schal darüber. Nach ca. 5 Min. verspürt der Patient ein leichtes Brennen, dann Wickel abnehmen. Bei Kindern kann diese Reaktion früher eintreten.

Zwiebelwickel und Zwiebelsäckchen

Anwendung:
Ohrenschmerzen, Ohrenentzündung, Bronchitis (zur Schleimlösung)
Zubereitung:
Eine Zwiebel schälen und würfeln, die Würfel ohne Fett in einem Topf andünsten oder über Dampf erhitzen. Bei Ohrenschmerzen die Zwiebeln in ein Baumwollsäckchen oder Waschlappen füllen, bei Bronchitis auf ein Baumwolltuch geben und dann auf die Brust legen.

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Quellen: Claudia Langohr: „Die natürliche Hausapotheke für Kinder“. Das Buch ist 2005 im Kontrast Verlag erschienen und kostet 12,90 €. (ISBN 3-935286-50-3), eigene Recherche