Anzahl Alleinerziehende

Zahlen Daten Fakten für Alleinerziehende

Alleinerziehende in Deutschland, Europa und weltweit: Zahlen, Fakten und Entwicklungen

Du bist alleinerziehend? Dann bist du in Deutschland alles andere als allein. Ein-Eltern-Familien gehören längst zum Alltag – in Großstädten oft sichtbar, auf dem Land manchmal stiller, aber genauso real. Auf dieser Seite findest du aktuelle, gut verständliche Fakten (mit regionalen Unterschieden) – plus einen kurzen Blick ins Ausland.

Wichtig: Für Deutschland gibt es je nach Thema unterschiedliche „aktuellste“ Datenstände. Bundesweite Familienzahlen liegen für 2024 vor. Detaillierte Bundesland-Vergleiche werden in der Praxis häufig mit den neuesten verfügbaren Mikrozensus-Ergebnissen ausgewiesen (hier: 2023), weil die regionalen Auswertungen nicht immer gleichzeitig veröffentlicht werden.

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Überblick: Wie verbreitet sind Ein-Eltern-Familien?

Amtliche Statistiken unterscheiden häufig zwischen „Familien insgesamt“ (unabhängig vom Alter der Kinder) und „Familien mit minderjährigen Kindern“. Für das Gesamtbild ist beides hilfreich – denn eine Familie bleibt auch dann eine Familie, wenn Kinder älter werden.

  • 2024 wurden in Deutschland 11,8 Mio. Familien gezählt.
  • Davon waren 2,8 Mio. Alleinerziehenden-Familien (Ein-Eltern-Familien).
  • Bei Familien mit minderjährigen Kindern liegt der Anteil von Ein-Eltern-Familien in Deutschland (je nach Auswertung) bei rund einem Fünftel.
Wichtig: „Alleinerziehend“ bedeutet in der Statistik in der Regel: Ein Elternteil lebt mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt. Ob Sorgerecht geteilt wird oder wie oft das Kind beim anderen Elternteil ist, ändert die Haushalts-Definition nicht automatisch.

Wenn du praktische Unterstützung suchst (Leistungen, Unterhalt, Wohngeld, Steuer-Entlastungen), sind die Finanz-Themen bei uns ausgelagert – damit diese Seite hier wirklich „Fakten & Überblick“ bleibt:

➡️ Hier geht’s zu den finanziellen Hilfen:
Finanzielle Hilfen für Alleinerziehende


Alleinerziehende nach Bundesland: Wo ist der Anteil höher?

Regional gibt es klare Unterschiede. In Stadtstaaten und in Teilen Ostdeutschlands ist der Anteil von Ein-Eltern-Familien meist höher als in einigen südlichen Flächenländern. Die folgende Tabelle zeigt den Anteil der Ein-Eltern-Familien an allen Familien mit minderjährigen Kindern (in Prozent).

Wichtig: Das sind Anteile (Prozentwerte). Das heißt nicht automatisch, dass es dort „mehr“ Alleinerziehende in absoluten Zahlen gibt – dafür spielen auch Bevölkerungsgröße und Altersstruktur eine Rolle.
Bundesland Anteil Ein-Eltern-Familien (%)
Deutschland 19,9
Bremen 23,5
Hamburg 25,6
Berlin 27,5
Schleswig-Holstein 20,3
Niedersachsen 19,6
Nordrhein-Westfalen 19,4
Hessen 18,8
Rheinland-Pfalz 18,4
Saarland 20,8
Baden-Württemberg 17,4
Bayern 16,5
Mecklenburg-Vorpommern 24,4
Brandenburg 24,1
Sachsen-Anhalt 25,0
Sachsen 23,0
Thüringen 23,9

Tipp: Regional-Unterschiede bedeuten nicht „besser“ oder „schlechter“. Sie hängen oft mit Urbanisierung, Wohnformen, Altersstruktur, Erwerbsmustern und historischen Entwicklungen zusammen. Für deinen Alltag zählt vor allem: Welche Betreuung, Jobs, Netzwerke und Unterstützung gibt es vor Ort?


Mütter und Väter: Wer ist häufiger alleinerziehend?

In Deutschland sind Ein-Eltern-Familien überwiegend Mutter-Kind-Haushalte. In der amtlichen Statistik (Familien mit minderjährigen Kindern) zeigt sich: Rund vier Fünftel der Ein-Eltern-Familien werden von Müttern geführt, rund ein Fünftel von Vätern.

  • Deutschland (Auswertung Familien mit Minderjährigen): ca. 82,3% Mütter, ca. 17,7% Väter.
Wichtig: „Alleinerziehend“ ist eine Haushalts-Definition. Es gibt viele Modelle (z. B. Wechselmodell, erweitertes Umgangsmodell), in denen beide Eltern stark eingebunden sind – auch wenn das Kind offiziell überwiegend in einem Haushalt lebt.

Auch auf EU-Ebene wird der Unterschied sichtbar: Eurostat zeigt für 2024, dass deutlich mehr Frauen als Männer im typischen Eltern-Alter als „Single Parent“ im Haushalt gezählt werden.

  • EU 2024: 5,4% der Frauen (25–54) waren Single Parents mit Kindern, bei Männern derselben Altersgruppe 1,0%.

Lebenslage: Armutsrisiko und warum Zahlen allein nicht alles erklären

Ein-Eltern-Familien stehen statistisch häufiger unter finanziellem Druck als viele andere Haushaltstypen – nicht „weil Alleinerziehende es falsch machen“, sondern weil ein Einkommen, Betreuungszeiten und Fixkosten (Miete, Mobilität, Ernährung) oft schwer zusammenpassen.

Aktuelle amtliche Einordnung: Nach Destatis liegt die Armutsgefährdungsquote in Deutschland insgesamt bei 14,4%. Für Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten wird eine deutlich höhere Quote ausgewiesen (rund 28,7%).

Wichtig: Armutsgefährdung ist ein statistischer Begriff (Einkommen unter einer Schwelle im Verhältnis zum Median). Er sagt nichts über Charakter, Leistung oder „Schuld“ – aber er zeigt: Viele Ein-Eltern-Familien brauchen verlässliche Rahmenbedingungen.

Wenn du konkret prüfen willst, welche Ansprüche und Entlastungen es gibt, findest du das gebündelt hier:

➡️ Finanzielle Hilfen für Alleinerziehende
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Bürgergeld & Alleinerziehende
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Haushaltshilfe


Arbeit & Betreuung: Der Alltag entscheidet (nicht nur die Statistik)

Ob der Alltag gut funktioniert, hängt für viele Ein-Eltern-Familien an drei Stellschrauben:

  • Betreuung: verlässlich, bezahlbar, passend zu Arbeitszeiten (nicht nur „Platz“, sondern auch Öffnungszeiten).
  • Arbeit: Modelle, die wirklich machbar sind (Homeoffice, Teilzeit mit Perspektive, flexible Schichten).
  • Netzwerk: Familie, Freunde, Nachbarn, andere Alleinerziehende – als echte „Backup“-Option.
Wichtig: Regionale Unterschiede bei Ein-Eltern-Familien hängen oft auch mit Betreuungs-Infrastruktur zusammen. Es lohnt sich, vor Ort gezielt nach Angeboten (Kita, Hort, Ganztag, Ferienbetreuung) zu schauen – und Erfahrungen anderer Alleinerziehender einzuholen.

Genau dafür gibt es unsere Community: Austausch, Kontakte, Treffen – und (wenn du willst) auch Dating mit Menschen, die den Familienalltag verstehen.


Internationaler Vergleich: Wie steht Deutschland im EU-Kontext da?

Ein-Eltern-Familien gibt es überall – aber die Anteile unterscheiden sich deutlich. Eurostat weist für die EU aus:

  • EU-weit: Single-Parent-Haushalte machten 12,7% aller Haushalte mit Kindern aus.
  • Höhere Anteile wurden u. a. in Estland (36,7%), Litauen (29,5%), Lettland (24,9%) und Dänemark (23,2%) gemessen.
  • Niedrigere Anteile hatten u. a. Slowakei, Griechenland und Slowenien (jeweils unter 5%).
Wichtig: Internationale Unterschiede hängen auch mit Definitionen, Wohnformen, Sozialpolitik, Betreuungssystemen und kulturellen Mustern zusammen. „Mehr“ oder „weniger“ Single Parents sagt allein noch nichts über Lebensqualität aus.

 

Europa-Vergleich: Wo leben besonders viele Alleinerziehende?

Anzahl Alleinerziehende in Europa

Anzahl Alleinerziehende in Europa

In Europa unterscheiden sich die Familien- und Haushaltsstrukturen stark. Eurostat veröffentlicht dafür Auswertungen, unter anderem zur Frage, wie häufig Alleinerziehende in Haushalten mit Kindern vorkommen. Entscheidend ist dabei wieder die Definition:

  • Haushalte mit minderjährigen/abhängigen Kindern (enger, sehr praxisnah)
  • Haushalte mit Kindern im Haushalt (weiter gefasst; je nach Statistik)

Europa (minderjährige/abhängige Kinder): Spitzenwerte 2024 (Auswahl)

Land Anteil Alleinerziehende in Haushalten mit Kindern Hinweis
Estland 36,7% Sehr hoher Anteil im EU-Vergleich
Litauen 29,5% Deutlich über EU-Niveau
Lettland 24,9% Ebenfalls sehr hoch
Irland 23,6% Hoher Anteil im Westeuropa-Vergleich
Finnland 22,3% Hoher Anteil trotz guter Betreuungssysteme

Europa (Kinder im Haushalt, weiter gefasst): Top-10 EU-Länder 2024

Rang Land Anteil Alleinerziehende (in %)
1 Estland 36,7%
2 Litauen 29,5%
3 Lettland 24,9%
4 Dänemark 24,1%
5 Frankreich 23,8%
6 Irland 23,6%
7 Belgien 22,0%
8 Deutschland 15,7%
9 Finnland 15,1%
10 Niederlande 12,5%
Wichtig: Internationale Vergleiche hängen stark an der Definition („minderjährige/abhängige Kinder“ vs. „Kinder im Haushalt“).

FAQ: Häufige Fragen zu „Alleinerziehend“

Was bedeutet „alleinerziehend“ genau?

In der Statistik bedeutet es meistens: Ein Elternteil lebt mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt. Ob das Sorgerecht geteilt wird oder wie oft das Kind beim anderen Elternteil ist, kann individuell sehr unterschiedlich sein.

Gibt es Alleinerziehende auch „mit Partner“?

Ja – im Alltag nutzen viele den Begriff auch dann, wenn sie den Großteil der Verantwortung allein tragen, obwohl es eine Beziehung gibt. In der amtlichen Statistik zählt aber vor allem die Haushalts-Konstellation.

Wo finde ich Leistungen und konkrete Hilfen?

Alles rund um Unterhalt, Bürgergeld, Wohngeld, Steuer-Entlastungen und weitere Unterstützung ist hier gebündelt:
Finanzielle Hilfen für Alleinerziehende.


Seite aktualisiert am 07.02.2026

Hinweis: Zahlen können sich durch neue Veröffentlichungen und methodische Anpassungen ändern. Bei amtlichen Statistiken ist außerdem wichtig, welche Definition (Familien insgesamt vs. Familien mit Minderjährigen) zugrunde liegt.

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